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Identifikation ArtikelBuch-Tipp: Biometrische Identifikation . Grundlagen, Verfahren, Perspektiven (DuD-Fachbeiträge) absolut lesenswert In diesem Buch werden verschiedene Aspekte der biometrischen Identifikation übersichtlich und verständlich dargestellt. Neben technischen Aspekten geht es auch um Datenschutz, juristische und ethische Betrachtungen und medizinisch-biologische Ausführuingen. Insgesamt sind die interdisziplinären Texte verständlicch (auch für... Identifikation (v. lat.: idem = derselbe + facere = machen ) genannt den Vorgang, sich in einen anderen Menschen einzufühlen; dabei werden Teile des Gefühlslebens des anderen als eigene erkannt, und man empfindet mit dem anderen mit. Dieser Prozess spielt sowohl in der Psychologie als auch in dem Theater und in dem Film eine große Rolle.==Identifikation und Theater==
K.S. Stanislawski legte in seinen Theorien und Anleitungen zur Schaupsielkunst großen Wert auf Identifikation des Schauspielers mit der Rolle, die dieser darstellen sollte. Der Schauspieler soll nach Stanislawski seine Rolle nicht spielen, sondern selbst die Figur dieser Rolle sein. In der Regel wird diese Identifikation als Einfühlen in die Rolle genannt und besonders noch in der Schauspiellehre nach Stanislawskis Schüler Lee Strasberg praktiziert.
Der Prozess des Einfühlens beinhaltet körperliche Lockerung, das Imaginieren der Situation, in der sich die zu verkörpernde Figur befindet, und schließlich die tatsächliche Identifikation, indem der Schauspieler eigene Erlebnisse aus der Vergangenheit mit denen der Rolle verbindet. Stanislawski bezeichnet dies emotionales Gedächtnis; der Schauspieler ruft also in sich selbst Gefühle hervor, die denen der Figur entsprechen, auch wenn sie andere Ursachen haben. Die Wirkung dessen ist, dass sowohl Schauspieler als auch Publikum die Handlungen und Reaktionen des Schauspielers als echt und authentisch wahrnehmen.
Dies wiederum ermöglicht es dem Zuschauer, sich mit der Rolle zu identifizieren. Rezeptionstheoretiker gehen weitestgehend davon aus, dass ein Theaterstück oder ein Film ca. dann gefällt und somit als erfolgreich gilt, wenn Identifikation des Zuschauers mit der gespielten Figur möglich ist. Diese Identifikation muss allerdings nicht zwingend bewusst verlaufen und wahrgenommen werden, sondern unterliegt häufig unterbewussten Vorgängen, die in der Psychoanalyse eine wichtige Rolle spielen.
Bertolt Brecht entwickelte mit seinem Epischen Theater eine Form, die vollständig auf diese emotionale Identifikation verzichten sollte. Der Schauspieler sollte nicht fühlen, sondern zeigen, und das Publikum sollte dementsprechend nicht mitfühlen, sondern nachdenken und reflektieren. Doch auch hier gibt es Identifikation - nicht mit der emotionalen, sondern mit der sozialen Situation der Protagonisten. Gesellschaftliche Zustände sollen gezeigt und wiedererkannt werden; dies ist ca. durch Identifikation des Zuschauers mit dem Dargestellten möglich. Lediglich die Identifikation des Schauspielers bleibt aus; nach Brecht sollte der Darstellende bei jeder zu spielenden Situation bereits den Ausgang und die Folgen des Stückes und der Handlungen der Figur mitbedenken und dementsprechend selbst agieren. ==Identifikation und Psychologie==
Auch in der psychologischen Betrachtung der Identifikation ist das Einfühlen in eine andere Person bedeutend. Es bezieht sich hierbei allerdings nicht lediglich auf Rollen, die in dem Theater oder in dem Film gespielt werden, sondern zumeist auf real existierende Personen. So identifizieren sich bereits kleine Kinder erst mit den Eltern - dabei meist entweder mit der Mutter oder mit dem Vater - und später mit Gleichaltrigen. Die Identifikation mit Geschlechterrollen ist weit verbreitet - hier identifizieren sich z.B. Jungen mit dem Männerbild, das ihnen in ihrer Umwelt oder den Medien präsentiert wird, und übernehmen dementsprechend bestimmte Verhaltensweisen, die sie als ihrem Geschlecht zugehörig erachten. Übermäßige Identifikation in dem Erwachsenenalter kann zur Ausbildung bestimmter Fetische führen.==Literatur==
- Brecht, Bertolt: Schriften zu dem Theater. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1957
- Hoffmeier, Dieter (Hg.): Konstantin S. Stanislawski. Moskauer Künstlertheater. verlag das westeuropäische buch 1988
- Moore, Sonia: The Stanislavski Method. Viking Press, New York 1962
- Styan, J.L.: Drama, Stage and Audience. Cambridge Universitiy Press 1975
- Swift, Clive: The Job of Acting. George G. Harrap & Co. Ltd. 1976
- Stanislawski, Konstantin: An Actor Prepares. Geoffrey Bles Ltd. 1937
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